Mittwoch, 10. August 2011

Hausarzt 2.0

Guten Abend lesende Gemeinde, Hallo Frank!


mein heutiges Thema behandelt einen Rundumschlag über Kassenpatienten, Gesundheitsreform und Rauschiff Enterprise.. bzw eher Raumschiff Voyager 


Und wieder mal schreibe ich ganz freiwillig! Der Titel, den ich mir freiwillig gewünscht habe:


"Bitte nennen sie die Art des medizinischen Notfalls"!

Nachdem heute das Raumschiff Enterprise über Kaiserslautern gesichtet wurde und die Krankenkassenreform im vollen Gange ist, kam im Stadtrat die Diskussion über Effizienzsteigerungsmassnahmen im Hausärztlichen Dienst auf.


Im Zeitalter von Touchphones ( pfälzisch auch "Datsch-fohn" genannt), OnlineBestellung von Aqariumpflanzen und elektrischen Zahnbürsten macht der Fortschritt auch vor dem netten Herrn Doktor von nebenan nicht halt.


Wie lästig ist es doch, Montags früh am ersten Urlaubstag...äääh wenn es einem nicht gut geht und man sich krankschreiben lassen muss....zwischen Herrschaften fortgeschrittenen Alters in Wartezimmer zu sitzen und eben jenen bei der Verwesung zusehen zu können, denn der Herr Doktor muss gerade mal 118 Liter Blut zapfen und 500 Rezepte für Blutdrucktabletten ausstellen.


Hier stellt sich die Frage, warum nicht mit einem IVR ähnlich der Otto-Bestellannahme oder der Telekom Hotline anhand der vom Patienten genannten Symptome eine Vordiagnose zu stellen.
Jeder kennt doch aus den Kneipen diese Touchscreen-Spiele mit "Mordillio-finde-den Fehler"


Das Prinzip hierfür kommt aus den Wursttheken der amerikanischen Supermärkte.
Amerikanische Supermärkte haben im Eingangsbereich ( da wo bei uns immer die An- und Verkauf Pinnwand hängt...als ob jemand so ein manuelles Ebay braucht ) einen Wurst-Vorbestell-Automaten um an der Wurst-Theke die Wartezeit zu verringern.
Man tippt einfach ein, was man will, kriegt eine Nummer und bis man sich durch die 45 kilometer Süssigkeiten und Müsliregale gekämpft hat, hat der Azubi die Lyoner schon abgepackt und man kann bequem einfach weiterwatscheln.


Das Konzept findet nun Einzug in den heimischen Hausarztpraxen. Anhand von 10 Fragen diagnostiziert der Automat Schwangerschaften, Schweinegrippe oder entlarvt simulierende Hypochonder. Auf mehrfaches Bitten des Schülersprechers der lokalen Schule wurde auch eine "Schnellwahl-AU" Taste eingeführt. Ohne die 10 Fragen zu beantworten tippt man einfach die Dauer der AU ein und diese wird bequem vor Ort ausgedruckt. Direkt zum mitnehmen. Und die Kassengebührt zahlt man bequem per Kredit- oder per EC Karte.


Für chronisch Kranke gibts noch ein weiteren Bonus. Unter www.virtual-Doc.com kann man sich zum bequemen Lastschriftverfahren anmelden. Die ersten 100 registrierten Nutzer sparen 10% bei der ersten Kassengebühr.


Und was könnte als Hintergrundbild für die schicken Arzt-Automaten gewählt worden sein, als der schicke Paracelsus Stab mit der Giftschlange und dem Slogan ( natürlich in Tahoma 10 )


"Bitte nennen sie die Art des medizinischen Notfalls"!

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