Der Wahnsinn geht weiter, der Blog-Wettbewerb geht in die gefühlte 18. Runde :)
Und passend zum heutigen Tag, der wirklich Potential hatte, lautet mein Motto:
"Lächele, denn du kannst sie nicht alle töten"
Meine heutige Geschichte beginnt in der Wüste....damals, ich war noch ein Kind, hatten meine Eltern die seltsame Idee, den Winterurlaub in der Wüste Mexicos zu verbringen.
Ich hatte dort viele seltsame Erlebnisse, manche schreibe ich meinem halbvertrocknetem Gehirn zu, das mit bestimmt den ein oder anderen Streich gespielt hat und daher möchte ich garnicht näher darauf eingehen. Aber diese eine Begebenheit ist tatsächlich passiert.
Wir spazierten in der Abendsonne im Gänsemarsch hinter unserem Reiseführer her. Meine Mutter versuchte die sengende Abendsonne mit einem recht kitschigenn Marry-Poppins Regenschirm zu verbergen. Ein jämmerlicher Versuch. Mein Vater stapfter direkt neben dem Reiseleiter, der die örtlichem Besonderheiten jedem haarklein erzählte, ob er sie hören wollte oder nicht.
Ich versuchte einfach nur zu überleben. Ich versuchte, nicht an Baggerseen, Regen oder Duschen zu denken und lenkte mich damit ab, einen Punkt am Horizont zu fixieren und die Kubikmeter Schweiss zu erreichnen, die unsere Gruppe während dieses Gewaltmarsches verlor.
Während ich so vor mich hin fixierte, fingen die Punkte am Horizont an, vor meinen Augen hin und her zu hüpfen. Der Sand schimmerte wie Wasser und langsam begriff ich, warum sich manche Menschen freudig erregt in denn Sand wuhlten, da sie dachten, sie haben ein Schwimmbad gefunden. Es sieht wirklich verteufelt ähnlich aus wie kühles Nass. Ist es aber nicht. Es ist staubiges trocken. Ich habs probiert mit dem reinwuhlen....ist echt eklig!
5 Minuten später starrte und fixierte ich immernoch den Horizonz. Die Punkte tanzten dort immernoch,allerdings waren es nun keine Punkte mehr....die Punkte nahmen Formen an...Hände und Füsse und Köpfe.....aber sie hüpfte....ich zweifelte an meinem verdörrten Verstand.
Ich beschloss, den sicheren Windschatten meiner Reisegruppe zu verlassen und den tanzenden Punkten einen Besuch abzustatten. Ob ich jetzt hier auf dem Trampelpfad verdurste oder bei meiner kleinen Privat-Exkursion, das nimmt sich nix.
Während ich meinen Weg durch den tiefen Sand bahnte und jetzt schon bereute, die sichere Nähe des Sonnenschirm meiner Mutter verlassen zu haben, wuchsen die Punkte am Horizont weiter an. Ich erkannte nicht nur Arme und Beine, ich erkannte Gesichte, Männer, Frauen und Kinder, alle hüpfend und tanzend. Um sie herum standen weiter Menschen, klatschend, tanzend und singend.
Ehe ich mich versah stand ich vor einem Indianerstamm, eindeutig direkte Nachfahren der Weltuntergangsprognose-Inkas. Sie tanzten unbeirrt weiter, hoben ihre Füsse dabei fast bis an die Ohren und sangen wild in mir fremden Sprachen. Ständig angefeuert von der andern Hälft der Gruppe, die ihnen gegenüberstand.
Ich hatte Angst, dass das letzte, dass ich vor meinem Tod durch verdursten sah, dieses Bild war und sich der Hintergrund dieser Szene sich mir niemals offenbaren würde....
Mit letzer Kraft ging ich zu einem sehr bunt angemalten Mann, ich vermutete der Häuptling der Sippe...wenn einer den Plan hat, was hier abgeht, dann ja wohl er!
Ich fragte ihn: "Oh weiser Mann, bitte, bevor der weisse Tourist aus dem Westen hier vor euch in den Sand beist, würdet ihr mich in das Geheimnis dieses Tanzes einweihen?Ist gar ein Regentanz ( ich hoffte inständig auf ein JA und auf unverzüglichen Erfolg) ?" Ich sah immernoch verwirrt zu der tanzenden Gruppe Menschen sah, dass jeder von Ihnen ein Lächeln auf dem Gesicht hat, das von Ohr zu Ohr reichte....mir war nach Allem, aber nicht nach Lächeln!
Er sah mich an, dabei bemerkte ich dass weder er noch einer der andern auch nur einen Tropfen Schweiss auf der Stirn stehen hatte. Er sprach "Mein weisser Besucher....dies ist ein Ritual der Tapferkeit. Unsere Wüste ist weit, man braucht viele Tage um sie zu durchqueren. Nur die tapfersten und stärksten Männer schaffen das. Und seit vielen Generationen haben wir ein Ritual, in dem die Männer meines Stammes ihre Stärke beweisen können"
Mir erschloss sich irgendwie garnichts. In der Wüste bei 49 Grad im Schatten ( der nicht vorhanden war) zum Affen machen lässt nicht gerade rückschlüsse auf Stärke zu....
Aber der Chef der Truppe sprach weiter:" In der Wüste gibt es viele Tiere, die hier schon länger leben als wir. Aber nur an dieser Stelle, gibt es die hochgiftige Feuerameise. Alleine ihre Berührung brennt wie Feuer. Das Ritual besteht darin, sich so lange wie möglich in das Ameisennest zu stellen und den Schmerz auszuhalten. Und du darfst die Ameisen nicht mit den Händen von deinem Körper entfernen. Am besten springst du hin und her und auf und ab, damit sie von dir abfallen"
Okay, dachte ich mir....technik klar. Hintergrund fraglich, aber gut, so machen die das hier halt. Aber Leute ganz ehrlich, mir wäre zum weinen oder schreien vor Schmerz..aber die Menschen lächelten...und ich glaube, hätten sie keine Ohren, würden sie rundrum grinsen.
Also wand ich mich wieder dem Chef zu." Chef, alles gebongt. ABER !! Warum zur Hölle scheint denen das Spass zu machen??"
Da sah er mich mit einem Lächeln an und sprach:" Weisst du mein Kind, es gibt hier nur ein Motto, dass dich dieses Ritual überstehen lässt. Siehst du wie die Männer auf und ab springen und auf den Boden stampfen um einige der Ameisen zu zertreten? Das Motto dieses Rituals lautet:
Lächele, denn du kannst sie nicht alle töten!